Stromboli - Blick in den Höllenschlund

Gespeichert von Jürgen Tenckhoff am Mo., 09.12.2019 - 12:27
Das Tor zum Höllenschlund

Auf unserer Reise 1986 über Neapel zum Stromboli machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Vulkanismus und dabei gleich mit zwei mächtigen italienischen Vulkanen: Vesuv und Stromboli. Während wir beim Besuch von Pompeji bewegende Eindrücke von der Gewalt und Auswirkung  von Vulkanausbrüchen aus vergangener Zeit erhielten, gestattete uns der aktive Stromboli gleich einen Blick in seinen Höllenschlund. Doch zuvor war der Aufstieg von der Küste, wo wir Quartier bezogen hatten, zum Kraterrand zu bewältigen. Fast 1000 Höhenmeter über Lavafelder und hohen Temperaturen zu überwindenwar kein Spaziergang und wir benötigten dafür gut 5 Stunden, bis wir in der aufkommenden Dämmerung schließlich vom Kraterrand aus direkt die sprudelnden Magmasäulen sehen konnten.

Doch nicht nur das visuelle Erlebnis war beindruckend. Die Magmafontänen wurden  von einem rhythmischen, an- und abschwellenden Donnergrollen begleitet, das einem zunächst das Fürchten lehrte, bevor man sich (etwas) daran gewöhnte. Kleine glühende Felsbrocken schleuderten zudem ununterbrochen aus dem Schlund heraus und spätestens jetzt wurde offenbar, warum Jules Verne in seinem Roman, Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, 1864, seine Protagonisten durch diesen Krater wieder auf die Erdoberfläche zurückkatapulieren ließ.

Nach einiger Zeit des Staunens wehte uns der aufkommende Wind am Kraterrand den feinen Lavastaub ins Gesicht, so dass die verdiente Brotzeit zu einem knirschenden Erlebnis wurde. Der nächtliche Abstieg war ein weiteres Erlebnis - drei Stunden ohne Taschenlampe und Trailrunning-Schuhen bergab - ging damals also auch ohne high­tech Ausrüstung:-)

Noch einige Fakten: Die Insel Stromboli mit ihren geringen 12,6 Quadratkilometer Fläche liegt im Mittelmeer und besteht im wesentlichen aus einem aktiven Stratovulkans gleichen Namens. Stromboli gehört mit seinen Nachbarinseln Lipari, Salina, Vulcano, Panarea, Filicudi und Alicudi zur Inselgruppe der Äolischen oder Liparischen Inseln im Tyrrhenischen Meer. Die Insel hat eine Bevölkerung von etwas über 550 Menschen, die größtenteils in der Ortschaft Stromboli (Zusammenschluß von Scari, San Vincenzo, Ficogrande, Piscità und San Bartolomeo) im Nordosten leben. In Ginostra im Südwesten leben nur 30 Menschen.

Es fahren regelmäßig Fähren von Neapel aus nach Stromboli, doch ist die gefährliche Besteigung des Vulkans häufig verboten, so dass man sich vor einer entsprechenden Reise diesbezügliche Informationen einholen sollte.

 

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Stromboli im Frühnebel
Bild 1: Stromboli im Frühnebel

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Die bewohnte Küste von Stromboli
Bild 2: Die bewohnte Küste von Stromboli

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Die Lavahänge von Stromboli
Bild 3: Die Lavahänge von Stromboli

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Bei Einbruch der Dämmerung am Kraterrand
Bild 4: Bei Einbruch der Dämmerung am Kraterrand

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Bei Einbruch der Dämmerung am Kraterrand
Bild 5: Bei Einbruch der Dämmerung am Kraterrand

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Bei Einbruch der Dämmerung am Kraterrand
Bild 6: Bei Einbruch der Dämmerung am Kraterrand

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Nächtlicher Feuerkegel
Bild 7: Nächtlicher Feuerkegel

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Nächtlicher Feuerkegel
Bild 8: Nächtlicher Feuerkegel

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Nächtlicher Feuerkegel
Bild 9: Nächtlicher Feuerkegel

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