Ouessant - Insel am Ende der Welt

Gespeichert von Jürgen Tenckhoff am Sa., 21.12.2019 - 14:42

Durch die Iroise, dem vor der bretonischen Küste von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärten Teil der Keltischen See, geht es am Ende der Welt (Finis Terrae, die Spitze der bretonischen Halbinsel und heutiges Département Finistère) durch die Passage der Angst nach Ouessant, der westlichsten Insel Frankreichs.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 13 km/h drückt hier die Gezeitenströmung den Atlantik durch die etwa 50 Meter tiefe Fahrrinne zwischen den Inseln des Molène-Archipels und der Île de Ouessant. Bis 1980 war die Passage de Fromveur eine der gefährlichsten Seefahrtpassagen zwischen Nord- und Südeuropa, die daher mit entsprechend vielen Leuchttürmen gesichert wurde. Fünf Leuchttürme erhellen alleine die Insel Ouessant, die die Einwohner selber übrigens nicht das Ende der Welt sondern selbstbewußt  Penn ar Bed nennen - der Anfang der Welt.

Der denkmalgeschützte Phare du Stiff, von Vauban 1685 erbaut, ist der älteste Leuchtturm der Bretagne. Der schwarz-weiß gestreifte 55 Meter hohe Phare de Créac'h gehört zu den stärksten Leuchtfeuern der Welt und der Phare de la Jument diente als Kulisse für den französischen Film Die Frau des Leuchtturmwärters. Besonders eindrucksvoll, der Phare de Nividic - ein Leuchtturm auf offener See vor dem Pointe de Perne, an der Westküste von Ouessant. Er markiert gleichzeitig auch den westlichsten Punkt Frankreichs in Europa. Sein Name leitet sich von dem Felsen ab, auf dem er erbaut wurde: le Leurvaz an Ividig. Die einzigartige Seilbahnkonstruktion übers Meer zum Transport der Leuchtturmwärter zu ihrem Arbeitsplatz setzt Schwindelfreiheit voraus..

Während die Männer früher oft für mehrere Jahre in See stachen, hatten ihre Frauen die Verantwortung an Land. Sie bestellten die Felder, hüteten das Vieh und bauten Häuser. Daher wird Ouessant auch gerne "Insel der Frauen" genannt.

Ouessant ist nur acht Kilometer lang, vier Kilometer breit und hat rund 800 Einwohner. Ouessant besteht wie nahezu alle bretonischen Inseln aus Granit. An ihrer höchsten Erhebung erreicht die Insel 61 m. Die Form der Insel erinnert an eine Krabbe. Die Insel liegt rund 25 Kilometer oder eineinviertel Fährstunden entfernt vom Hafen in Le Conquet bei Brest.

Land
Bild 1: Phare du Stiff

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Bilder 2.1 - 2.3: Phare du Créac’h - Leuchtturm Créac’h

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Bild 3: Phare de la Jument - Leuchtturm der Stute

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Bild 4: Die Küste von Ouessant

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Bild 5: Die Küste von Ouessant

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Bild 6: Küstenhaus auf Ouessant

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Bild 7: Kirche in Lampaul auf der Ile d'Ouessant

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Bild 8: Dorf auf Ouessant

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Bild 9: Phare de Nividic

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